Arbeit mit Flüchtlingen

Die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Wittenberg hat auf ihrer Tagung am 7. November 2015 folgende Resolution einstimmig verabschiedet:

"Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir zu Essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen." (Mt 25, 35ff)

Mit diesen Worten stellt Jesus sich eindeutig auf die Seite der Schutzsuchenden. Aus dieser Haltung speist sich unsere europäische Kultur, und sie gehört erst recht zum Kern unseres Glaubens: den Schwachen stützen, dem Verfolgten Schutz gewähren, dem Notleidenden helfen. Mitmenschlich handeln, das gehört elementar zu unserem Menschsein.

Deshalb fühlen wir uns ein in die Situation derjenigen, die vor Krieg, Verfolgung und Not geflohen sind und oft Furchtbares erlebt haben. Wir hören ihnen zu und helfen ganz praktisch. Wir öffnen unsere kirchlichen Räume für Gespräche und Begegnungsmöglichkeiten.

Und deshalb stehen wir für Menschlichkeit ein. Jeder Mensch hat eine unverlierbare Würde, ganz egal, woher er kommt und welche Sprache er spricht. Wir zeigen Herz und Gesicht, wo immer die Menschenwürde bedroht wird. Wir sagen Nein, wenn Menschen diffamiert und verunglimpft werden - auf der Straße, am Stammtisch, in der Schulklasse, in unseren Räumen und unter Kolleginnen und Kollegen.

Als Kreissynode des Kirchenkreises Wittenberg stehen wir für eine offene und demokratische Gesellschaft, die Menschen unterschiedlicher sozialer, ethnischer und kultureller Herkunft willkommen heißt. Christliche Nächstenliebe verlangt, mit Klarheit gegen rechtsextreme Haltungen jeder Art, gegen Rassismus und gegen Gewalt gegenüber Flüchtlingen und Helfenden einzutreten.