Evangelische Stadtkirche St. Marien

Adressdaten


Daten & Fakten


  • Baujahr: 13. Jh., 15. Jh.
  • Baustile: gotisch
  • Besonderheiten: Taufbecken von 1457 von Hermann Fischer, Predigtkirche Martin Luthers, Reformationsaltar von Lucas Cranach d. Ä., Epitaph Arbeiter im Weinberg von Lucas Cranach d.J., UNESCO-Weltkulturerbestätte
  • Öffnungszeiten Sommer: Die Stadtkirche Wittenberg ist in der Regel täglich geöffnet. Die Mitarbeiter der Stadtkircheninformation stehen für Auskünfte zur Verfügung. Dort lassen sich auch Stadtkirchensouvenirs erwerben.

    Öffnungszeiten der Stadtkircheninformation:

    Vom 1. November bis Ostern:
    Montag bis Samstag, 10 bis 16 Uhr
    Sonntag, 11.30 bis 16 Uhr

    Von Ostern bis zum Reformationstag (31.10.):
    Montag bis Samstag, 10 bis 18 Uhr
    Sonntag, 11.30 bis 18 Uhr

    Weitere Informationen erteilt Kirchmeister Bernhard Naumann unter
    Telefon 03491 404415 oder E-Mail: naumann@kirche-wittenberg.de.

Profil


verlässlich geöffnet - Wir führen das Signet "Verlässlich geöffnete Kirche". Gottesdienst - Bei uns findet regelmäßig Gottesdienst statt. Bibel zur Lektüre - Bei uns liegt eine Bibel zur Lektüre aus. Gebetsort - Wir haben einen besonderen Gebetsort (z.B. Lichterbaum, Kapelle, Kreuzgang o.Ä.). Führungen - Wir bieten auf Nachfrage Führungen an. Kirchenführer - Wir bieten einen gedruckten Kirchenführer. Veranstaltungen - Wir führen besondere Veranstaltungen durch (z.B. Konzerte oder Ausstellungen). Reformation - Unsere Kirche ist ein Ort der Reformationsgeschichte. behindertengerecht - Wir sind auf behinderte Menschen eingestellt. Angebote für Kinder - Bei uns gibt es Angebote für Kinder: z.B. Malecke, Kinderspielplatz, Kirchenpädagogik. Rad- oder Wanderweg - Wir liegen an einem Rad-/wanderweg. Trinkwasser - Bei uns gibt es Trinkwasser in der Nähe. Toilette - Im Umkreis von 100m finden Sie eine öffentliche Toilette.

Beschreibung


Herzlich willkommen in der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Wittenberg

Die Evangelische Stadtkirchengemeinde versammelt viele Menschen an einem bedeutenden Ort der Kirchengeschichte. Die Hauptkirche der Gemeinde, die Stadt- und Pfarrkirche St. Marien, hat in aller Welt einen bekannten Klang. Hier predigte der Reformator Martin Luther (1483-1546) und wirkte Johannes Bugenhagen (1485-1558) als erster lutherischer Pfarrer. Hier begann die Tradition der evangelischen Gottesdienste in deutscher Sprache, mit Gemeindegesang und mit der Kommunion des Abendmahls in beiderlei Gestalt (Brot und Wein). Die Stadtkirche wird deshalb auch als die „Mutterkirche der Reformation“ bezeichnet.

Bis heute ist die Stadtkirche ein lebendiger Ort des gepredigten, des gelesenen und des gesungenen Wortes, eine Stätte der religiösen und kulturellen Identifikation, eine Schatzkammer der Geschichte und der Kunst. Unzählige Besucher und Gäste aus aller Welt kommen an diesem traditionsreichen Ort zu Veranstaltungen und Konzerten zusammen und feiern mit der Stadtkirchengemeinde festliche Gottesdienste. Am 31. Oktober, dem jährlich begangenen Reformationstag, stehen beide Altstadtkirchen, die Stadtkirche und die Schlosskirche, im Mittelpunkt des deutschen und des internationalen Protestantismus.

Fotos: Jürgen Pietsch
Text:
Pfarrer Johannes Block,
Kirchmeister Bernhard Naumann,
Johannes Winkelmann, Öffentlichkeitsausschuss.

Die Stadtkirche

Die Stadt- und Pfarrkirche St. Marien der Lutherstadt Wittenberg ist Teil des UNESCO-Welterbes.
Von dieser Kirche, dem ältesten Gebäude der Stadt, ging die Botschaft der Reformation in die Welt. Hier hörte die Gemeinde Martin Luthers Predigt.
Für diese Kirche schuf der Maler Lucas Cranach der Ältere den Reformationsaltar.
Hier setzte Johannes Bugenhagen die reformatorischen Erkenntnisse in die Praxis der Gemeinde um.

Die Stadt- und Pfarrkirche St. Marien ist als Martin Luthers Predigtkirche eng mit dem reformatorischen Geschehen in Wittenberg verbunden.
Als Luther 1512 seine Professur an der Wittenberger Universität antrat, fand er die Kirche so vor, wie sie sich jedem Besucher heute noch zeigt. Betritt man den Kirchenraum durch das große Westportal, wird der Blick unmittelbar auf den Altar im Chorraum gelenkt. Dieser Altar von Lucas Cranach dem Älteren (1472-1553) aus dem Jahre 1547 ist ein besonders eindrückliches Zeugnis aus der Reformationszeit. Er gilt geradezu als der Reformationsaltar. Zeigt er doch in seinen unversehrt erhalten gebliebenen vier Bildtafeln die Grundzüge evangelischen Gemeindelebens und reformatorischen Kirchenverständnisses.

Von besonderem Reiz ist, dass uns hier Menschen aus dem Wittenberg der Reformationszeit entgegentreten. Philipp Melanchthon bei der Taufe, Luther als Junker Jörg, Johannes Bugenhagen im offenen Beichtstuhl, Cranach der Ältere und Katharina von Bora als Gemeindeglieder und Luther als Prediger.

Im Altarraum befinden sich noch eine Reihe wertvoller Tafelbilder (Epitaphien) von Lucas Cranach dem Jüngeren (1515-1586).

Hier begegnet auch das älteste Ausstattungsstück der Kirche, das Taufbecken von Hermann Vischer aus Nürnberg. 1457 wurde es am Michaelistag fertig gestellt und in diese Kirche gebracht. Die kunstvolle Gestaltung zeigt anschaulich, was die Taufe bedeutet.

Vom Altarraum führt uns der Weg durch die Kirche in die angrenzende Sakristei. Sie dient seit vielen Jahren Kunstausstellungen mit Objekten zeitgenössischer Künstler. An ihrer Westseite ist ein sehr altes Sandsteinrelief zu sehen. "Der Weltenrichter" ist ein eindrückliches Zeugnis für die Theologie und Frömmigkeit der Vorreformationszeit.

Wenden wir den Blick vom Altarraum nach Westen, so fällt unser Blick auf die Orgel, die in ihrer Architektur den Aufstellungsraum besonders schmückt. 1983 ist sie am Pfingstsonntag im Jahr von Martin Luthers 500. Geburtstag geweiht und in den Dienst gottesdienstlichen Lebens gestellt worden. Zahlreiche Kirchenkonzerte erfreuen die Gemeinde und Besucher in gleicher Weise. Die Kanzel, von der Luther gepredigt hat, ist heute in der Lutherhalle zu besichtigen. Bei der großen Kirchenrenovierung 1811 ist die alte Kanzel herausgenommen und eine neugotische Gesamtausstattung eingebaut worden.

Die mehrere Jahrhunderte umfassende Baugeschichte ist noch heute in den unterschiedlichen Bauabschnitten ablesbar. Aus dem Ende des 13. Jahrhunderts stammt der heutige Altarraum, im 14. Jahrhundert sind das spätgotische dreischiffige Langhaus dazugekommen und das Doppelturmwerk, das 1556/1557 seine heutigen Turmhauben bekommen hat.

Besonderer Schmuck sind die Gewölbeschlußsteine im Chorraum und die Kopfkonsolen im Hauptschiff. Sie werden zum Teil der Schule des Naumburger Meisters zugeschrieben.

Zu diesen Steinmetzarbeiten gehört auch das beschämende Schmäh- und Spottbild auf die Juden, die mittelalterliche "Judensau", außen, an der Südostecke des Chorraumes. 1988 wurde darunter im Pflasterbereich des Kirchplatzes ein Mahnmal errichtet.

(Text: Superintendent in Ruhe Albrecht Steinwachs)